Thank you for travelling with Deutsche Bahn Teil 1

Lange ist es her dass ich etwas geschrieben habe. Und da ich in den nächsten beiden Tagen mit der Bahn durch die Lande reise, findet sich doch wieder Anlass zu misanthropischen Beobachtungen. Es geht nach Karlsruhe. Weil die Anbindung von Aachen an den Rest der Republik per Bahn doch recht spartanisch ist, beginnt die Reise mit dem RegionalExpress. Leider bin ich mit meinem Karrierefrauen-Wichtigtuer-Pilotenköfferchen unterwegs. Dieser ist im Gegensatz zu mir nicht regionalexpresstauglich.

Die taktisch klugen Einzelplätze sind leider schon zu Beginn der Reise in Aachen alle besetzt. Diese Plätze haben den Vorteil, dass man den Koffer neben sich stellen kann ohne dass die Mitreisenden darüber segeln. Pech gehabt, macht aber nix, denke ich mir sportlich, der Zug ist ja (bis auf die eben erwähnten taktisch klugen Plätze) nahezu leer. Also, was macht die kluge Hausfrau wenn sie ihren Koffer nicht mitten in den Gang stellen will? Richtig, sie stellt ihn – selbstverständlich nur so lange bis ein Mitreisender den Platz beansprucht – auf den Sitz neben sich.

Alles war gut. Bis der Schaffner kam. „Hören Sie mal,“ meint er, „in der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal.“ „Dann setzen Sie doch Züge ein in denen man das Gepäck verstauen kann“, erwidere ich. „Das geht nicht“ strahlt er mich an, offensichtlich hat er sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. „Wegen der geringen lichten Höhe ist der Einbau von Gepäcknetzen im Doppeldecker nicht möglich.“ „Ich kann den Koffer auch gerne in den Gang stellen, wenn Ihnen das lieber ist….“ „In der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal!“ Ich überlege kurz ob ich mich im Zug zur Ja-aber-Prinzessin wählen lasse, entscheide mich aber dann doch dafür ihm den Triumph des letzten Wortes zu lassen.

Als ich mich wieder meinem Buch zuwende höre ich aus der Ferne: „In der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal!“

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Amazon Kindle3 oder Sony PRS 350? Ein Review

Ich beobachte nicht nur Busse, sondern auch elektronische Gadgets. Da ich nun stolzer Besitzer eines Sony PRS 350 UND eines Amazon Kindle3 bin, möchte ich Euch nach zwei Wochen intensiven Testens des Kindle3 (den Sony habe ich schon seit Februar) mal meine ganz persönlichen Eindrücke zu den beiden Geräten mitteilen.

Eins vorweg, es sind meine ureigensten persönlichen Eindrücke, dieses Review erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Ich bin auch nicht die Stiftung Warentest. Es sind nur meine Erfahrungen wie sich die beiden Geräte in meinem Alltag als Vielleserin schlagen. Ein Überblick für Einsteiger, quasi.

Bevor ich richtig einsteige hier ein paar technische Details zu den beiden Geräten. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an meinen Twitter-Freund @GwidionR, der mich mit einer wunderbaren Übersicht zu den Readern versorgt hat.

Die Bildschirmauflösung ist bei beiden Geräten mit 600×800 gleich. Der Kindle3 hat einen 6“-Bildschirm, der Sony 350 nur einen 5“-Bildschirm. Auch im Gewicht gibt es deutliche Unterschiede, 240 Gramm. der Kindle3, der Sony wiegt nur 155 Gramm.

Der Kindle3 kostet in der WLAN-Version 139 €, der Sony PRS 350 kostet 179 €, also deutlich mehr.

Insgesamt ist der Kindle3 nicht nur durch den Bildschirm, sondern insbesondere durch die Tastatur deutlich größer:

Standardformat für Ebooks ist hierzulande EPUB. Der Kindle liest diese Dateien jedoch nicht, sondern (neben PDF und anderen Formaten) stattdessen MOBI-Dateien. Daher kann man auf den Sony nicht die Bücher von Amazon lesen, umgekehrt kann man mit dem Kindle nicht bei den deutschen Shops wie Ciando, Libri und wie sie alle heißen shoppen. Bei nicht kopiergeschützten Büchern ist es allerdings mit der kostenfreien Software Calibre kinderleicht die vorliegende Datei in das passende Format zu konvertieren. Dieses Programm ist für die Sonybesitzer, die nur EPUBs verwenden eigentlich nicht notwendig, denn Sony liefert eigene Software mit. Leider ist diese Software mit dem Betriebssystem Lion für Mac derzeit nicht ohne weiteres kompatibel (Sonys Software läuft im 32-Bit-Modus und Lion standardmäßig im 64-Bit-Modus), insofern bietet sich Calibre zum Bestücken des Readers auf für diese User an.

Die Akkus halten bei beiden Geräten sehr lange. Laut den Herstellerangaben beim Sony zwei Wochen, beim Kindle gar vier Wochen, allerdings denke ich das diese Dauer nur dann erreicht werden kann, wenn das WLAN ausgeschaltet ist. Ich habe den Kindle in den zwei Wochen in denen ich ihn jetzt habe erst einmal laden müssen. Der Sony erreicht die versprochenen zwei Wochen.

Apropos WLAN, das bringt mich zu dem nächsten Thema. Der Kindle3 den ich habe ist die WLAN-Version, das heißt man kann auch direkt ganz ohne PC vom Reader aus bei Amazon shoppen. Buch auswählen, klicken, ruckzuck ist das Buch auf dem Reader. Das geht bei dem Sony nicht ganz so geschmeidig, hier ist der PC eingebunden. Die neuen Sony-Reader, die auf der IFA bereits vorgestellt wurden und ab Oktober erhältlich sein sollen, haben auch WLAN. Allerdings sollte man beim Shoppen im Amazonstore mit dem Klicken vorsichtig sein, das Ganze geht per „1-Click-Buy“, einmal falsch geklickt und das Buch ist auf dem Reader. „So ein Mist“ hab ich gebrüllt als ich statt des „nach-unten“ -Buttons den „Enter“-Knopf erwischt habe und das zwar nette aber nicht sooooo nette Buch auf meinem Reader und 15,99€ auf dem Konto von Amazon landeten. Mein Ärger verrauchte aber schnell als mich zwei weitere Twitterfreunde darauf hinwiesen, dass Amazon versehentlich gekaufte Bücher zurücknimmt und den Preis erstattet. Das ging vollkommen problemlos, Mail an Amazon, nach nicht einmal 10 Minuten kam die Rückmeldung und das Buch wurde direkt, weil der Reader im WLAN eingebucht war , von Amazon gelöscht. Ich bin mir sicher, dass die deutschen Anbieter einen ähnlichen Service haben, allerding habe ich hier, wahrscheinlich auch weil der Umweg über den PC gemacht wird, noch nichts versehentlich gekauft.

Aber dennoch, an dieser Stelle: DANKE AMAZON!

Jetzt aber mal Butter bei die Fische, welcher Reader ist denn nun besser?

Hm?

Sag doch mal!

Ehrlich gesagt, ich weiß es immer noch nicht.

Vom reinen Lesen her nehmen sich die beiden Reader nichts:

Bei beiden Reader ist das Display (in meinen Augen) gestochen scharf, Lesen ist auch in der prallen Sonne ohne weiteres möglich. Da spiegelt oder blendet nichts.

Die Schriftgröße lässt sich bei beiden Readern in verschiedenen Stufen anpassen, beim Kindle3 kann zudem noch die Schriftart verändert werden.

Der Vorteil des Sonys liegt beim Lesen im niedrigeren Gewicht. Ihn hält man ohne Probleme stundenlang in einer Hand, das Blättern geht entweder mit dem Finger über das Display oder per Tastendruck. Der Kindle3 ist hier deutlich unhandlicher. Ihn habe ich beim Lesen eher auf dem Knie aufgestützt, das Blättern geht über die seitlich angebrachten Tasten. Diese Tasten reagieren deutlich schneller als die Tasten beim Sony, was dazu führt das man, also ich, beim „Angeschaltet-durch-die-Gegend-Tragen“ schon mal schnell wild umblättert und dann erst die Stelle wo man war suchen muss.

Insgesamt habe ich auch den Eindruck, dass das Umblättern beim Kindle3 ein kleinwenig schneller ist als beim Sony, dies ist aber ein rein subjektiver Eindruck.

Ein Wörterbuch haben beide Reader eingebunden, sehr schön wenn man so wie ich auch gerne englische Bücher liest. Bei beiden Readern hat man die Möglichkeit, Unterstreichungen und Notizen hinzuzufügen.

Der Kindle3 bietet zudem noch die Möglichkeit, während des Lesens Musik zu hören, ein Feature was für mich persönlich vollkommen überflüssig ist, weil ich entweder lese ODER Musik höre. Jaaaa, ich weiß, man kann die Musik ja nicht nur während des Lesens hören, aber mal ehrlich, wer nimmt denn der Kindle3 statt MP3-Player mit? Zugegeben, im Bus sind große Kopfhörer zwar modern, aber der Player ist doch eher klein, oder?

Ach, ein Feature beim Kindle3 hätte ich fast vergessen: Er kann vorlesen. Das klappt bei englischen Büchern ganz hervorragend, sogar mit ein wenig Intonation. Bei deutschsprachigen Texten kann man diese Funktion außer zur Belustigung vergessen, denn es hört sich an als würde man einem Amerikaner der kein Wort Deutsch spricht einen deutschen Text mit den Worten: „Lies mal, Jimmy“ in die Hand drücken.

Nun also, das Schwierigste, das Fazit:

Welchen Reader soll man nehmen? Der geneigte Jurist sagt an dieser Stelle: „Das kommt drauf an“

Das kommt drauf an:

  • wenn man auf den Preis achtet eindeutig den Kindle3, denn der kostet immerhin 40 € weniger
  • wenn man einen kleinen, leichten und handlichen Reader sucht, den Sony, der mit seiner Aluoberfläche auch etwas wertiger als der Kunststoff-Kindle3 wirkt
  • wenn man unabhängig vom PC Bücher kaufen möchte, den Kindle3

Mein persönliches Fazit ist, dass man mit keinem der beiden Reader etwas verkehrt macht.

Edit am 21.10.2011:

Es gibt doch einen ganz gravierenden Unterschied zwischen den beiden Geräte, und zwar den Service im Garantiefall. Dass dieser bei Amazon hervorragend ist, ist hinlänglich bekannt. Bei Sony mache ich allerdings gerade ausgesprochen negative Erfahrungen, über die ich an dieser Stelle aber erst dann ausführlich berichten werde, wenn die Reklamation abgeschlossen ist.

Edit am 19.11.2011:

Nach langem Hin und her hat sich Sony dazu entschlossen, mir meinen Kaufpreis zurück zu erstatten. Das Gerät ist nicht reparabel, ein neues Gerät kann mir Sony nicht zur Verfügung stellen, da es den Sony PRS-350 bereits nicht mehr gibt. Schade.

Kommunikation Teil 2

Obwohl der Kommunikationsbeitrag quasi noch „druckfrisch“ ist, möchte ich Euch ein Gespräch gestern aus den Bus nicht vorenthalten.

Auf der halben Strecke zum Büro stieg eine Mutter mit ihrem Sohn ein, offensichtlich auf dem Weg zu irgendeiner Ferienbetreuung. Der Sohn war im besten Grundschulalter, in der Kategorie drittes bis viertes Schuljahr.

Auch hier möchte ich das Gespräch weitestgehend unkommentiert wiedergeben:

Sohn (im weiteren S.): „Ich will aber!“

Mutter (im weiteren, wer hätte das gedacht, M.): „Ich hab gesagt ich will das nicht.“

S.: „Och Mennooooooooooo“

M.: „Nein.“

S.: „Ich will aber die Haare gefärbt haben!“

M.: „Nein.“

S..: „Wohol.“

Anmerkung der Autorin: die nachfolgende Nein-Doch-Ich hab gesagt Schluss jetzt-Nein-Doch-Menno-Diskussion zieht sich jetzt noch zwei Haltestellen hin. Ich erspare Euch das hin und her, möchte aber an dieser Stelle meinen tiefen Respekt für die Geduld der Mutter zum Ausdruck bringen.

Nun fährt der Kleine größere Geschütze auf:

S.: „Aber an Karneval hast Du mir die Haare auch gefärbt!“

M.: „Na und?“

S.: „Und warum durfte ich da?“

M.: „Weil da Karneval war.“

Klingt auf den ersten Blick schlüssig, überzeugt den Junior aber nicht wirklich.

S.: „Blond ist aber doof“

M.: „Bitte?“

S.: „Blond ist scheiße, so kann ich nicht rumlaufen“

M.: „Quatsch, blond ist hübsch, andere Leute lassen sich die Haare extra blond färben.“

Mittlerweile sind die Gespräche im Bus weitgehend verstummt, alle Leute sitzen mit Blumenkohlohren da und lauschen amüsiert der Unterhaltung.

S.: „Ich hab mich aber schon angemeldet“

Das Auditorium hält den Atem an. Wie wird Mutter diesen Schlag parieren?

M.: „Wie Du hast Dich angemeldet? Ohne Deine Eltern zu fragen?“

S. mit Triumph in der Stimme: „Jaaaha, die Anmeldung steht.“

M.: „Wenn Kinder sich anmelden ohne ihre Eltern zu fragen machen sie sich strafbar!“

HALT! Einspruch Euer Ehren! Unfairer Tiefschlag der Mutter, will ich schon durch den Bus rufen. Doch da kommt mir der Junior zuvor.

Jetzt kommt er, der, aus Sicht des Juniors, ultimative Joker. Der Joker, den wir alle in unserem Leben schon hunderte von Malen ausgespielt haben und der bei Eltern nie zieht:

S.: „Aber der Alexander darf auch!“

Autsch, zischt der Bus unisono, ein Eigentor….

M. souverän die Erfahrung der letzten dreißig Jahre ausspielend, mit einem Chuck Norris Grinsen auf den Lippen: „So so, dann rede ich mal mit Alexanders Eltern…“

S.: „Also ich meine, ähm, ich meine schon dass der darf…“

M.: „Wie jetzt, Du hast doch gesagt Du weißt das er darf?“

S.: „Also ich glaube er darf….“

An dieser Stelle verlassen wir die Konversation. Aus meiner Sicht ein klarer Punktsieg für die Mutter, obwohl Junior einige gute Treffer gelandet hat.

Wie gerne würde ich mir den Junior nochmal in zwanzig Jahren ansehen. Sollen wir mal seinen späteren Beruf raten? Ich sag mal Anwalt. Neee, ich ändere nochmal meinen Tipp und setzte 5 Euro auf Politiker….

Kommunikation

Was haben wir nur damals gemacht? Damals, als es noch keine Handys gab?  In meinem Leben spielt das Handy ja eher eine untergeordnete Rolle….

Na gut, genug gelacht, vielleicht schau ich doch ab und zu auf mein Handy…

Doch ich bin nicht allein. Während ich persönlich mein Handy im Bus aber normalerweise nur dazu nutze um zu twittern, zu facebooken oder RSS-Feeds zu lesen, nutzen viele meiner Mitfahrer das Handy zu seinem originären Zweck: sie telefonieren.

Mal ganz leise und verkrampft „Hm. Ja. Hm. Ja. Jaaaaha. Nein. Kicher. Ja. Ich dich auch“

Zu diesem Im-Bus-telefonier-Typ zähle ich auch.

Mal so dass alle was davon haben: „WO ICH BIN? IM BUS! WATT? ICH FAHR JETZT NACH HAUSE. HABEN MICH DOCH DIE ASCHLÖSCHERS HEUTE MORGEN BEIM SCHWARZFAHREN ERWISCHT! WATT, OB ICH JETZT EIN TICKET HAB? BIST DU BEKLOPPT?“

Das schönste Gespräch von allen Gesprächen fand aber im Spätbus statt. Spätbusse eignen sich besonders gut zum telefonieren, die meisten Mitfahrer sind ruhig und bekommen jedes Wort mit:

 …

Im Bus.

Nä, ich komm jetzt nicht mehr zu dir, hasse mal auf die Uhr geguckt?

Nä, is`  halb eins, da fahr ich nicht mehr zurück.

Im Übrigen bin ich sauer.

Wieso, ey Typ, du hast Nerven!

Nä, echt, ich komm jetzt nicht mehr vorbei!

Jetzt wo wir zusammenziehen wollen muss sich eh einiges ändern!

Doch, ich mach datt nicht mehr mit.

Du musst dich schon entscheiden.

Na ob du jetzt die Andrea willst oder mich.

Du kannst mir zwanzig mal erzählen datt da nix  ist, ich glaub´ dir das nicht.

Nä, echt! Wenn Du von der immer Nacktfotos machst, dann glaub´ ich nicht dass da nicht ist!

Nä, datt ist für mich aber keine Kunst, nicht dreimal die Woche!

Deine Mutter findet das auch nicht gut!

Wieso soll ich da nicht mit deiner Mutter drüber reden, wir wohnen doch bald zusammen.

Nur datt du es weißt, ich hab da auch mit der Daniela drüber gesprochen, die ist da auch gegen.

Warum nicht?

Aber die ist doch schließlich mit dir verheiratet!

Peng. Das nennt man wohl offene Beziehung!

 

Mein Mann schlägt mich!

Das ist wohl der Satz, der auf Tupperpartys am häufigsten gesagt wird.

„Nee, echt, mein Mann schlägt mich wenn ich schon wieder mit neuen Schüsseln nach Hause komme! Aber komm, was soll`s, ich sag einfach ich hatte die schon…“

Ich gestehe, ich habe eine heimliche Leidenschaft.

Ich gehe gerne auf Tupperpartys. Man kann dort herrliche Studien betreiben, Tupperberaterinnen ebenso wie die Gäste vergleichen. Es tun sich Abgründe auf, die man nicht vermutet hätte.

Vernunftbegabte Menschen, die vorher noch vollmundig von sich gegeben haben „Hör mal Andrea, Du darfst aber nicht sauer sein wenn ich nix kaufe, ich komm nur wegen dem Gastgeschenk“ sinnieren lauthals darüber, wie sie ihrem Gatten verkaufen sollen dass sie den Quickchef, mit dem man ganz toll umrühren kann, für nur 56,90€ gekauft haben. Dabei hatten sie doch gerade erst zum Muttertag die neue Küchenmaschine bekommen.

Leuchtende Augen, wenn die Beraterin erklärt dass es die Butterdose jetzt auch in gelb gibt. Zack, gekauft, Butterdosen kann man ja nie genug haben.

Und ich nehme mich an dieser Stelle AUSDRÜCKLICH nicht aus. Ich kaufe immer was. Und ich kaufe immer was von dem ich 10 Minuten vor der Tupperparty noch nicht einmal im Traum dachte, es jemals brauchen zu können. Insofern, und dieser kurze Einwurf für die Insider sei erlaubt, ist es schon sehr gut dass die Tupperberaterin von heute  keinen Weber Q120 dabei hatte.

Die Tupperberaterin.

Auch da gibt es große Unterschiede.

Die Vollprofiberaterin, der man anmerkt, dass sie schon alle Höhen und Tiefen des Beraterinnendaseins hinter sich hat, die gekonnt und mit Charme auf die Einwürfe der Scherzkekse eingeht…

Die Schüchterne, die noch dringend üben muss…

Die Unmotivierte…

Ich hatte sie alle. Am besten war aber meine erste Tupperberaterin. Ich weiß es noch wie heute. 1996 in Neuss. Sie setzte sich im Schneidersitz auf den Boden, die Schüsseln um sie herum drapiert. Nach und nach erzählte sie mehr oder weniger unmotiviert über die Schüsseln. Und dann, und dann, ganz am Ende, da kam dann der Knaller.

Ein Eiswürfelbereiter. „Und das ist das tollste Produkt aus dem Sortiment“ sagte sie. „Hö?“, dachte ich. „Meine Damen, wissen Sie, mein Mann und ich, wir trinken ja so überhaupt keinen Alkohol. Und wenn wir dann mal Besuch haben, dann trinkt der Besuch ja auch keine ganze Flasche Wein. Und wenn der Besuch dann weg ist, dann friere ich den Rest Wein ein.“ Na gut, dachte ich mir, wird dann wahrscheinlich für Soßen sein. Aber nein! Weit gefehlt! „Und wenn der Besuch dann wieder mal kommt, dann tau ich ein paar Würfel ab, dann hat er noch was von seinem Wein.“ Die Dame war ein Fuchs!

Ich habe heute übrigens eine Zitruspresse gekauft.

Mein Mann schlägt mich…

Flugzeugbeobachtungen Teil 2

Nachdem meine Flugwoche jetzt beendet ist, ist es an der Zeit Euch an meinen Flugbeobachtungen Teil 2 teilhaben zu lassen.

Der Rückflug aus Hamburg und der Hinflug nach Berlin verliefen vollkommen ereignislos. Ich saß in Reihe 20 und 18, habe es also nach wie vor nicht in die Gruppe der Coolen im Flieger geschafft.

Auf dem Rückflug von Berlin, ich hatte übrigens wieder den Platz in Reihe 18, wie uncool, saß eine Kohorte hoch betagter Rentner hinter uns. Und wie in einer Kohorte üblich, gab es auch in dieser Kohorte einen Centurio. Er war mit Sicherheit auch damals im Berufsleben Führungskraft, wusste nichts, aber das alles besser. Die ganze Flugzeit eine Helmut-Schmid-Kappe auf, quasi als Zeichen der Macht. Ich möchte Euch die Dialoge auf dem kurzen Flug von Berlin nach Maastricht gerne weitestgehend unkommentiert wiedergeben. Den größten Effekt erzielt Ihr, wenn Ihr Euch das Ganze mit Stimmen wie aus Loriot „Szenen einer Ehe“ (Ihr wisst schon, „Das Ei ist hart“) vorstellt.

Centurio: Du musst dich anschnallen!

Omi #1: Ich hab keinen Gurt.

Centurio: Doch, du sitzt drauf!

Omi #1: Wie geht das denn?

Centurio: Du musst die beiden Teile zusammenstecken!

Omi #1: Das geht nicht!

Centurio: Wohl!

Omi #1: Ne!

Centurio: Das ging auf dem Hinweg doch auch, da haste dich doch auch angeschnallt!

Omi #1: Ne!

Centurio: Ich helf´ dir, so….

Omi #1: Danke…

Wir sind oben, die Anschnallzeichen gehen aus. Kurz darauf sofort eine Durchsage: „Sehr geehrte Fluggäste, da wir infolge Turbulenzen einen unruhigen Flug erwarten, möchten wir Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten sich wieder anzuschnallen und die Toiletten nicht mehr aufzusuchen.

Omi #2: Das wackelt aber…

Centurio: Ja, du musst dich anschnallen, die räumen die Toiletten! Alle müssen sofort aus dem Klo raus!

Omi #2: Komisch dass das so wackelt…

Centurio: Alle müssen sich anschnallen! Das ist schon schrecklich, wenn man sein Geschäft mittendrin unterbrechen muss…

Omi #2: …dabei ist doch schönes Wetter…

Centurio: das sind LUFTTURBULENZEN! Die sieht man nicht!

Omi #2: ach so. Das muss einem ja auch gesagt werden wenn man 20 Jahre nicht geflogen ist…

Das Anschnallzeichen geht aus. Ping.

Centurio: So, jetzt kannst du auf´s Klo.

Omi #2: ich muss aber nicht…

Centurio: Aber die die müssten, die könnten jetzt auf´s Klo…

Omi #2: Ich muss aber nicht…

Durchsage: „Meine Damen und Herren, wir befinden uns jetzt nördlich von Düsseldorf. Wir werden unser Ziel Maastricht pünktlich in einer halben Stunde erreichen.“

Centurio: Na, ist jetzt schon dein zweiter Flug! Kann man sich dran gewöhnen, oder?

Omi #1: Ich seh` nix…

Centurio: Guck doch raus!

Omi #1: Ich seh` nix, da sind nur Wolken…

Centurio: Aber das ist doch schön!

Omi #1: Nee, nur weiß…

Centurio: Aber wir gehen ja gleich runter, wenn wir ja jetzt schon in Düsseldorf sind, kommt ja jetzt Köln.

Schweigen.

Omi #1: Ich seh` nix…

Centurio: Aber wenn wir ja jetzt in Köln waren, kommt ja gleich Aachen und dann Masstricht. Dann siehst du was!

Omi #1: Ich seh`nix…

An dieser Stelle wundere ich mich, darüber, dass der Flieger den Autobahnen folgt. Wusste ich noch nicht. Und wenn er schon über die Autobahn fliegt, weshalb hat er nicht die Strecke über die A44 von Düsseldorf nach Aachen genommen, das ist doch kürzer! Navi kaputt? Oder war da Stau?

Flugzeugbeobachtungen Teil 1

Nachdem ich mich in dieser Woche deutlich mehr im Flieger als im Bus aufhalte (nein, ich bin nicht so wichtig, das war Zufall) möchte ich Euch an meinen Flugzeugbeobachtungen teilhaben lassen.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem Bus und dem Flieger? Hm? Habt Ihr eine Ahnung? Ja, Du dahinten? Nein, Du hast schon Recht, der Bus fährt, das Flugzeug fliegt, aber das meine ich nicht… Die Dame hier vorne rechts? Ja, Sie liegen richtig, im Bus bringt einem niemand Tomatensaft und Nüsschen, aber auch das meinte ich nicht…

Niemand? Na gut, dann verrate ich es.

Im Bus sitzen die Coolen hinten, im Flieger sitzen die Coolen vorne. Ja. Echt. Vorne sitzen im Bus doch eigentlich nur die Omis, oder? Wer was auf sich hält sitzt, wenn nicht auf der Rückbank, dann doch mindestens hinter dem Gelenk im Gelenkbus. Im Flieger ist das anders. Da muss man vorne sitzen, sonst ist man out.

Noch ein wesentlicher Unterschied: die kostenlosen Zeitungen. Da wird eingepackt soviel man tragen kann. Welt, Süddeutsche, Wirtschaftswoche, Financial Times, ganz egal ob es einen interessiert, ist ja schließlich umsonst. Aber was lesen die Jungs und Mädels während des Fluges mit voller Inbrunst? Na? Die Bild oder den Express. War ja auch umsonst. Liest man ja sonst NIE….

Übrigens, ich saß auf dem Hinflug nach Hamburg in Reihe 19…