Archive for the ‘Busbeobachtungen’ Category

„Von der Unerträglichkeit der Dummheit“ oder „Ein jeder setze seine eigenen Prioritäten“

Vorbemerkung:

Nicht ich habe die nachstehende Geschichte erlebt. Das ist ist auch gut so, denn möglicherweise hätte ich mich nicht beherrschen können. Die Geschichte, die gestern abend ein Freund am Bushof in Aachen erlebt hat, hat mich jedoch so nachhaltig beeindruckt, dass sie unbedingt einen Platz in diesem Blog verdient hat.

Und hier nun die Geschichte:

Es ist früher Abend. Zwei weibliche Jungteenies die den maßvollen Umgang mit Kosmetik noch erlernen müssen, studieren einen Zettel auf dem ein seit Tagen vermisstes Mädchen aus dem Umland gesucht wird. Das vermisste Mädchen ist 14 Jahre alt, die beiden Jungteenies dürften etwa gleichaltrig sein.

Die Eine liest den Zettel mühsam laut vor. Nicht nur ein Schminkkurs, auch ein wenig Nachhilfe täte ihr gut.

Die andere junge Dame lauscht gebannt. „Krass!“, meint die Vorleserin. „Ja, voll krass“ meint die andere bestürzt, „Echt schlimm, haste die Augenbrauen gesehen? Die sind ja total krass!“

„Boah ja echt“, drückt auch die Vorleserin ihr Entsezen aus. „Ich kenn die aus dem Bus, die hat echt immer so voll schlimme Augenbrauen!“

So setzt halt jeder seine eigenen Prioritäten…

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Die Zwei-Klassen-Gesellschaft

Lange ist es her dass ich etwas in den Blog geschrieben habe. Nach den etwas deprimierenden, aber realistischen Geschichten aus Irland wird es jetzt wieder spaßiger.

Ich darf wieder mit dem Zug durch die Republik reisen, genau genommen von Aachen nach Hannover. Vier Stunden, in denen wunderbares Material für die Zugbeobachtungen gesammelt werden konnte.

Und es gibt sie, die Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Unterscheidung erfolgt dabei nicht nach erster Klasse und zweiter Klasse, nein, das wäre zu profan. Die Unterscheidung liegt in der Wahl des Zuges, also in den RegionalExpress-Fahrern und den ICE-Fahrern.

Gemeinsam ist den beiden Klassen, dass hemmungslos laut geredet wird. Verständlich, schließlich hat man der Welt ja auch Einiges mitzuteilen. Das drängt an die Oberfläche, das will raus.

In Stolberg ist sie eingestiegen, gemeinsam mit Ihrer Freundin. In Eschweiler wusste ich schon, dass ihr Freund morgens ganz schlecht rauskommt, ihre Mutter lange Jahre Vegetarierin war, und das viele Leute das System der Garderoben bei Veranstaltungen nicht verstehen. Für die nicht Ortskundigen, ich rede von dem Abstand zwischen zwei Bahnhöfen.

Bis Düren habe ich mich dann über die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke von Leuten mit Lippenpiercings informieren dürfen. Man hat mit einem solchen (ich habe keines) wohl die Tendenz in Momenten in denen man sich unbeobachtet fühlt, mit der oberen Zahnreihe am diesem Piercing zu Kauen. Können Sie sich vorstellen was ich meine? Dabei ist es für den Dämlichkeitsgrad des Ausdruck wohl sehr entscheidend, wo das Piercing platziert ist. Mangels eines solchen Körperschmucks kann ich hierzu nichts sagen, werde aber später im Badezimmer mal versuchen, ob ich diese Gesichtsausdrücke simulieren kann. Hier in der Bahn möchte ich das nicht tun, sonst lande ich am Ende noch selbst in einem Blog.

Kurz vor Horrem habe ich dann noch erfahren, dass Marvin mit seiner Kusine poppt. Das ist nämlich deshalb besonders brisant, weil sie eigentlich mit dem besten Kumpel vom Marvin zusammen ist. Aber das wussten Sie ja wahrscheinlich schon, oder?

Ganz anders sind die Gespräche im ICE. Hier geht es nicht um Piercings oder dem Austausch von Körperflüssigkeiten, hier geht es um Business, Zahlen, Daten, Fakten.

Aber mit dem Blackberry in der Hand ist das Posen noch viel besser als das Posen beim ACDC-Luftgitarre-Spielen unter der Dusche.

Hier wird hemmungslos alles ausgeplaudert. Vergiss die Geheimhaltungsvereinbarung die Du bei Arbeitsantritt unterschrieben hast, die Welt will erfahren was für ein toller Hecht du bist! Lass es raus! Von Köln bis hinter Wuppertal dürfte ich mich über die Bestandsverwaltungssysteme von Industrieversicherungsmaklern informieren lassen. Glaubt man dem IT-Menschen, der hier tätig ist, müssen dort katastrophale Zustände herrschen. KATASTROPHAL!!! Ich komme ins Grübeln, ob man Marcel, dem Freund von Marvin nicht einen Tipp geben sollte…

Besonders entzückend finde ich, dass der ganze ICE-Wagen gestern auch die private Email-Adresse des IT-Menschen bekommen hat. Soll ich sie verraten? Nein, das mache ich natürlich nicht. Zu meinem größten Bedauern war es Mail.name@web.de. Wie gerne hätte ich gehört „Schick mir das doch bitte auf Pummelbaerchen1977@gmx.de“ Schade….

Thank you for travelling with Deutsche Bahn Teil 1

Lange ist es her dass ich etwas geschrieben habe. Und da ich in den nächsten beiden Tagen mit der Bahn durch die Lande reise, findet sich doch wieder Anlass zu misanthropischen Beobachtungen. Es geht nach Karlsruhe. Weil die Anbindung von Aachen an den Rest der Republik per Bahn doch recht spartanisch ist, beginnt die Reise mit dem RegionalExpress. Leider bin ich mit meinem Karrierefrauen-Wichtigtuer-Pilotenköfferchen unterwegs. Dieser ist im Gegensatz zu mir nicht regionalexpresstauglich.

Die taktisch klugen Einzelplätze sind leider schon zu Beginn der Reise in Aachen alle besetzt. Diese Plätze haben den Vorteil, dass man den Koffer neben sich stellen kann ohne dass die Mitreisenden darüber segeln. Pech gehabt, macht aber nix, denke ich mir sportlich, der Zug ist ja (bis auf die eben erwähnten taktisch klugen Plätze) nahezu leer. Also, was macht die kluge Hausfrau wenn sie ihren Koffer nicht mitten in den Gang stellen will? Richtig, sie stellt ihn – selbstverständlich nur so lange bis ein Mitreisender den Platz beansprucht – auf den Sitz neben sich.

Alles war gut. Bis der Schaffner kam. „Hören Sie mal,“ meint er, „in der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal.“ „Dann setzen Sie doch Züge ein in denen man das Gepäck verstauen kann“, erwidere ich. „Das geht nicht“ strahlt er mich an, offensichtlich hat er sich mit dem Thema intensiv auseinandergesetzt. „Wegen der geringen lichten Höhe ist der Einbau von Gepäcknetzen im Doppeldecker nicht möglich.“ „Ich kann den Koffer auch gerne in den Gang stellen, wenn Ihnen das lieber ist….“ „In der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal!“ Ich überlege kurz ob ich mich im Zug zur Ja-aber-Prinzessin wählen lasse, entscheide mich aber dann doch dafür ihm den Triumph des letzten Wortes zu lassen.

Als ich mich wieder meinem Buch zuwende höre ich aus der Ferne: „In der Schweiz bezahlen Sie dafür demnächst den kompletten Fahrpreis nochmal!“

Kommunikation Teil 2

Obwohl der Kommunikationsbeitrag quasi noch „druckfrisch“ ist, möchte ich Euch ein Gespräch gestern aus den Bus nicht vorenthalten.

Auf der halben Strecke zum Büro stieg eine Mutter mit ihrem Sohn ein, offensichtlich auf dem Weg zu irgendeiner Ferienbetreuung. Der Sohn war im besten Grundschulalter, in der Kategorie drittes bis viertes Schuljahr.

Auch hier möchte ich das Gespräch weitestgehend unkommentiert wiedergeben:

Sohn (im weiteren S.): „Ich will aber!“

Mutter (im weiteren, wer hätte das gedacht, M.): „Ich hab gesagt ich will das nicht.“

S.: „Och Mennooooooooooo“

M.: „Nein.“

S.: „Ich will aber die Haare gefärbt haben!“

M.: „Nein.“

S..: „Wohol.“

Anmerkung der Autorin: die nachfolgende Nein-Doch-Ich hab gesagt Schluss jetzt-Nein-Doch-Menno-Diskussion zieht sich jetzt noch zwei Haltestellen hin. Ich erspare Euch das hin und her, möchte aber an dieser Stelle meinen tiefen Respekt für die Geduld der Mutter zum Ausdruck bringen.

Nun fährt der Kleine größere Geschütze auf:

S.: „Aber an Karneval hast Du mir die Haare auch gefärbt!“

M.: „Na und?“

S.: „Und warum durfte ich da?“

M.: „Weil da Karneval war.“

Klingt auf den ersten Blick schlüssig, überzeugt den Junior aber nicht wirklich.

S.: „Blond ist aber doof“

M.: „Bitte?“

S.: „Blond ist scheiße, so kann ich nicht rumlaufen“

M.: „Quatsch, blond ist hübsch, andere Leute lassen sich die Haare extra blond färben.“

Mittlerweile sind die Gespräche im Bus weitgehend verstummt, alle Leute sitzen mit Blumenkohlohren da und lauschen amüsiert der Unterhaltung.

S.: „Ich hab mich aber schon angemeldet“

Das Auditorium hält den Atem an. Wie wird Mutter diesen Schlag parieren?

M.: „Wie Du hast Dich angemeldet? Ohne Deine Eltern zu fragen?“

S. mit Triumph in der Stimme: „Jaaaha, die Anmeldung steht.“

M.: „Wenn Kinder sich anmelden ohne ihre Eltern zu fragen machen sie sich strafbar!“

HALT! Einspruch Euer Ehren! Unfairer Tiefschlag der Mutter, will ich schon durch den Bus rufen. Doch da kommt mir der Junior zuvor.

Jetzt kommt er, der, aus Sicht des Juniors, ultimative Joker. Der Joker, den wir alle in unserem Leben schon hunderte von Malen ausgespielt haben und der bei Eltern nie zieht:

S.: „Aber der Alexander darf auch!“

Autsch, zischt der Bus unisono, ein Eigentor….

M. souverän die Erfahrung der letzten dreißig Jahre ausspielend, mit einem Chuck Norris Grinsen auf den Lippen: „So so, dann rede ich mal mit Alexanders Eltern…“

S.: „Also ich meine, ähm, ich meine schon dass der darf…“

M.: „Wie jetzt, Du hast doch gesagt Du weißt das er darf?“

S.: „Also ich glaube er darf….“

An dieser Stelle verlassen wir die Konversation. Aus meiner Sicht ein klarer Punktsieg für die Mutter, obwohl Junior einige gute Treffer gelandet hat.

Wie gerne würde ich mir den Junior nochmal in zwanzig Jahren ansehen. Sollen wir mal seinen späteren Beruf raten? Ich sag mal Anwalt. Neee, ich ändere nochmal meinen Tipp und setzte 5 Euro auf Politiker….

Kommunikation

Was haben wir nur damals gemacht? Damals, als es noch keine Handys gab?  In meinem Leben spielt das Handy ja eher eine untergeordnete Rolle….

Na gut, genug gelacht, vielleicht schau ich doch ab und zu auf mein Handy…

Doch ich bin nicht allein. Während ich persönlich mein Handy im Bus aber normalerweise nur dazu nutze um zu twittern, zu facebooken oder RSS-Feeds zu lesen, nutzen viele meiner Mitfahrer das Handy zu seinem originären Zweck: sie telefonieren.

Mal ganz leise und verkrampft „Hm. Ja. Hm. Ja. Jaaaaha. Nein. Kicher. Ja. Ich dich auch“

Zu diesem Im-Bus-telefonier-Typ zähle ich auch.

Mal so dass alle was davon haben: „WO ICH BIN? IM BUS! WATT? ICH FAHR JETZT NACH HAUSE. HABEN MICH DOCH DIE ASCHLÖSCHERS HEUTE MORGEN BEIM SCHWARZFAHREN ERWISCHT! WATT, OB ICH JETZT EIN TICKET HAB? BIST DU BEKLOPPT?“

Das schönste Gespräch von allen Gesprächen fand aber im Spätbus statt. Spätbusse eignen sich besonders gut zum telefonieren, die meisten Mitfahrer sind ruhig und bekommen jedes Wort mit:

 …

Im Bus.

Nä, ich komm jetzt nicht mehr zu dir, hasse mal auf die Uhr geguckt?

Nä, is`  halb eins, da fahr ich nicht mehr zurück.

Im Übrigen bin ich sauer.

Wieso, ey Typ, du hast Nerven!

Nä, echt, ich komm jetzt nicht mehr vorbei!

Jetzt wo wir zusammenziehen wollen muss sich eh einiges ändern!

Doch, ich mach datt nicht mehr mit.

Du musst dich schon entscheiden.

Na ob du jetzt die Andrea willst oder mich.

Du kannst mir zwanzig mal erzählen datt da nix  ist, ich glaub´ dir das nicht.

Nä, echt! Wenn Du von der immer Nacktfotos machst, dann glaub´ ich nicht dass da nicht ist!

Nä, datt ist für mich aber keine Kunst, nicht dreimal die Woche!

Deine Mutter findet das auch nicht gut!

Wieso soll ich da nicht mit deiner Mutter drüber reden, wir wohnen doch bald zusammen.

Nur datt du es weißt, ich hab da auch mit der Daniela drüber gesprochen, die ist da auch gegen.

Warum nicht?

Aber die ist doch schließlich mit dir verheiratet!

Peng. Das nennt man wohl offene Beziehung!

 

Flugzeugbeobachtungen Teil 2

Nachdem meine Flugwoche jetzt beendet ist, ist es an der Zeit Euch an meinen Flugbeobachtungen Teil 2 teilhaben zu lassen.

Der Rückflug aus Hamburg und der Hinflug nach Berlin verliefen vollkommen ereignislos. Ich saß in Reihe 20 und 18, habe es also nach wie vor nicht in die Gruppe der Coolen im Flieger geschafft.

Auf dem Rückflug von Berlin, ich hatte übrigens wieder den Platz in Reihe 18, wie uncool, saß eine Kohorte hoch betagter Rentner hinter uns. Und wie in einer Kohorte üblich, gab es auch in dieser Kohorte einen Centurio. Er war mit Sicherheit auch damals im Berufsleben Führungskraft, wusste nichts, aber das alles besser. Die ganze Flugzeit eine Helmut-Schmid-Kappe auf, quasi als Zeichen der Macht. Ich möchte Euch die Dialoge auf dem kurzen Flug von Berlin nach Maastricht gerne weitestgehend unkommentiert wiedergeben. Den größten Effekt erzielt Ihr, wenn Ihr Euch das Ganze mit Stimmen wie aus Loriot „Szenen einer Ehe“ (Ihr wisst schon, „Das Ei ist hart“) vorstellt.

Centurio: Du musst dich anschnallen!

Omi #1: Ich hab keinen Gurt.

Centurio: Doch, du sitzt drauf!

Omi #1: Wie geht das denn?

Centurio: Du musst die beiden Teile zusammenstecken!

Omi #1: Das geht nicht!

Centurio: Wohl!

Omi #1: Ne!

Centurio: Das ging auf dem Hinweg doch auch, da haste dich doch auch angeschnallt!

Omi #1: Ne!

Centurio: Ich helf´ dir, so….

Omi #1: Danke…

Wir sind oben, die Anschnallzeichen gehen aus. Kurz darauf sofort eine Durchsage: „Sehr geehrte Fluggäste, da wir infolge Turbulenzen einen unruhigen Flug erwarten, möchten wir Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit bitten sich wieder anzuschnallen und die Toiletten nicht mehr aufzusuchen.

Omi #2: Das wackelt aber…

Centurio: Ja, du musst dich anschnallen, die räumen die Toiletten! Alle müssen sofort aus dem Klo raus!

Omi #2: Komisch dass das so wackelt…

Centurio: Alle müssen sich anschnallen! Das ist schon schrecklich, wenn man sein Geschäft mittendrin unterbrechen muss…

Omi #2: …dabei ist doch schönes Wetter…

Centurio: das sind LUFTTURBULENZEN! Die sieht man nicht!

Omi #2: ach so. Das muss einem ja auch gesagt werden wenn man 20 Jahre nicht geflogen ist…

Das Anschnallzeichen geht aus. Ping.

Centurio: So, jetzt kannst du auf´s Klo.

Omi #2: ich muss aber nicht…

Centurio: Aber die die müssten, die könnten jetzt auf´s Klo…

Omi #2: Ich muss aber nicht…

Durchsage: „Meine Damen und Herren, wir befinden uns jetzt nördlich von Düsseldorf. Wir werden unser Ziel Maastricht pünktlich in einer halben Stunde erreichen.“

Centurio: Na, ist jetzt schon dein zweiter Flug! Kann man sich dran gewöhnen, oder?

Omi #1: Ich seh` nix…

Centurio: Guck doch raus!

Omi #1: Ich seh` nix, da sind nur Wolken…

Centurio: Aber das ist doch schön!

Omi #1: Nee, nur weiß…

Centurio: Aber wir gehen ja gleich runter, wenn wir ja jetzt schon in Düsseldorf sind, kommt ja jetzt Köln.

Schweigen.

Omi #1: Ich seh` nix…

Centurio: Aber wenn wir ja jetzt in Köln waren, kommt ja gleich Aachen und dann Masstricht. Dann siehst du was!

Omi #1: Ich seh`nix…

An dieser Stelle wundere ich mich, darüber, dass der Flieger den Autobahnen folgt. Wusste ich noch nicht. Und wenn er schon über die Autobahn fliegt, weshalb hat er nicht die Strecke über die A44 von Düsseldorf nach Aachen genommen, das ist doch kürzer! Navi kaputt? Oder war da Stau?

Flugzeugbeobachtungen Teil 1

Nachdem ich mich in dieser Woche deutlich mehr im Flieger als im Bus aufhalte (nein, ich bin nicht so wichtig, das war Zufall) möchte ich Euch an meinen Flugzeugbeobachtungen teilhaben lassen.

Was ist der größte Unterschied zwischen dem Bus und dem Flieger? Hm? Habt Ihr eine Ahnung? Ja, Du dahinten? Nein, Du hast schon Recht, der Bus fährt, das Flugzeug fliegt, aber das meine ich nicht… Die Dame hier vorne rechts? Ja, Sie liegen richtig, im Bus bringt einem niemand Tomatensaft und Nüsschen, aber auch das meinte ich nicht…

Niemand? Na gut, dann verrate ich es.

Im Bus sitzen die Coolen hinten, im Flieger sitzen die Coolen vorne. Ja. Echt. Vorne sitzen im Bus doch eigentlich nur die Omis, oder? Wer was auf sich hält sitzt, wenn nicht auf der Rückbank, dann doch mindestens hinter dem Gelenk im Gelenkbus. Im Flieger ist das anders. Da muss man vorne sitzen, sonst ist man out.

Noch ein wesentlicher Unterschied: die kostenlosen Zeitungen. Da wird eingepackt soviel man tragen kann. Welt, Süddeutsche, Wirtschaftswoche, Financial Times, ganz egal ob es einen interessiert, ist ja schließlich umsonst. Aber was lesen die Jungs und Mädels während des Fluges mit voller Inbrunst? Na? Die Bild oder den Express. War ja auch umsonst. Liest man ja sonst NIE….

Übrigens, ich saß auf dem Hinflug nach Hamburg in Reihe 19…